Die Geschichte des Caritasverbandes der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Die Arbeit der Caritas begann mit der Kindererholung, der Adoptiv- und Pflegekindervermittlung und konzentrierte und organisierte unter seinem Dach die bereits bestehende Armenhilfe der katholischen Kirche in der Diözese. Alle Kirchengemeinden hatten dem Caritasverband einen Beitrag "gestaffelt nach Seelen" zu zahlen.

Caritas in Zeiten des Nationalsozialismus und des Wiederaufbaus

Ab 1933 schränkten die Nazis die Arbeit der Caritas ein. 1937 wurden öffentliche Caritas-Sammlungen sogar verboten. Seit 1939 töteten die Nazis geistig- und mehrfachbehinderte Menschen aus kirchlichen Heimen in der "Pflegeanstalt Grafeneck" bei Münsingen.

Die "Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt" sollte 1941 die katholischen Kindergärten übernehmen. Nur der massive Widerstand der Bevölkerung konnte dies verhindern.
Insbesondere nach der Bombardierung der Städte ab 1944 leistete die Caritas erste Hilfe in den Trümmern der Häuser.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen über 450.000 Flüchtlinge und Heimkehrer nach Württemberg, woraufhin der Verband Hilfen für diese Menschen einrichtete, um sie mit Lebensmitteln, Kleidung und Medikamenten zu versorgen. In den 50er Jahren stand der Ausbau der Einzelfallhilfe im Blickfeld: Erziehungs- und Suchtberatung sowie das erste Altenheim wurden gegründet. 1957 begann die Hilfe für ausländische Arbeitnehmer: für Italiener, Spanier, Portugiesen und Jugoslawen.

Expansion und Regionalisierung

In den 70er Jahren wurde der DiCV zu einem der größten Wohlfahrtsverbände in Baden-Württemberg. 1983 arbeiteten 1.624 Mitarbeiter in seinen Einrichtungen und Diensten.
Dazu zählten unter anderem 22 Alten- und Altenpflegeheime und neun Jugend- und Erziehungsheime. Am 1. Oktober 1996 wurden die 24 Caritas-Kreis- und Bezirksstellen in die noch heute bestehenden neun Caritas-Regionen organisiert.

Verbandliche Neustrukturierung und Ausrichtung im neuen Jahrtausend

Die "Caritas in Baden-Württemberg" wird in zahlreichen Arbeitsgemeinschaften, einem "Caritas-Journalistenpreis Baden-Württemberg" und gemeinsamen Publikationen als politische Größe im Land etabliert.

Zum 1. Januar 2000 überführt der DiCV seine 16 Alten- und Pflegeheime in die neu gegründete "Paul Wilhelm von Keppler-Stiftung". In den Folgejahren gibt der Caritasverband fast alle eigenen Einrichtungen an andere kirchliche Träger ab. Die Caritas-Regionen bleiben im DiCV. In den Jahren 2003 bis 2005 wurden die sechs Bereiche der DiCV-Geschäftsstelle zu vier Bereichen zusammengefasst.

Zu Beginn des Jahres 2010 entstehen in der Geschäftsstelle in Stuttgart drei Kompetenzzentren für die Bereiche Solidaritätsstiftung, Sozialpolitik und Unternehmenspolitik.

Diese seit den 2000er durchgeführte Neustrukturierung drückt das inklusive Verbandsverständnis des DiCVs aus und trägt zu einer interdisziplinären Arbeitsweise bei. Der Verband sind nicht nur die Einrichtungen und Regionen, er besteht und entwickelt sich weiter aus dem Zusammenwirken der Regionen, der kooperativen Mitgliedern, der Kirchengemeinden, aller Interessierten und der Geschäftsstelle.