Wenn in der kommenden Woche das neue Schuljahr startet, rücken für viele Kinder und Jugendliche wieder Stundenpläne und schulische Leistungen in den Vordergrund. Doch ob Lernen gelingt, entscheidet sich nicht allein im Unterricht. Kinder und Jugendliche bringen auch persönliche Fragen, Sorgen, Konflikte, familiäre Situationen und Unsicherheiten mit in die Schule. Genau hier setzt Schulsozialarbeit an: Sie schaut auf den ganzen Menschen mit seinem sozialen Umfeld und psychischen Befinden. Wie löse ich Konflikte ohne Gewalt? Wie gehe ich mit Druck oder Ausgrenzung um? Solche Fragen landen in der Schulsozialarbeit. Sie unterstützt junge Menschen dabei, soziale Kompetenzen zu entwickeln und schwierige Situationen zu bewältigen.
Der Caritasverband Rottenburg-Stuttgart bietet württembergweit an 82 Standorten - von der Grundschule bis zur weiterführenden Schule - Schulsozialarbeit an. Sie erfolgt im Auftrag der Kommunen. Zum Schulstart macht Caritasdirektorin Annette Holuscha-Uhlenbrock deutlich, dass Schulsozialarbeit weit mehr ist als Hilfe im Krisenfall und einen sehr hohen Beitrag zum Gelingen des Schulalltags leistet. "Oft ist sie wenig sichtbar, weil sie wirkt, bevor Konflikte eskalieren oder Krisen entstehen. Umso wichtiger ist es, zu sagen, dass Schulsozialarbeit täglich entlastet und das Miteinander an Schulen stärkt."
"Wenn es Probleme gibt, erzeugt das Lernblockaden", sagt Caritas-Mitarbeiter Julian Bach, zuständig für die Schulsozialarbeit im Landkreis Ludwigsburg. Der Alltag junger Menschen habe heute ein sehr hohes Tempo. Die psychischen Probleme hätten zugenommen. "Viele Kinder erleben zuhause weniger Orientierung im Umgang miteinander, weil viele Eltern selbst belastet sind, im Schichtdienst arbeiten oder wenig Zeit haben."
Thomas Grünwald, der die Schulsozialarbeit an 17 Standorten in Sindelfingen aufgebaut hat und betreut, weiß: "Schulsozialarbeit ist am Menschen interessiert und geht auf die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler ein." Sie trage zu einem angenehmen Schulklima bei und mache den Lernort Schule lebenswert. "Sie ist eine wichtige Ergänzung zum Unterricht und bringt Zeit, Knowhow und neue Ansätze ein, die Schülerinnen und Schüler ganzheitlich zu begleiten."
Themen, die bei der Schulsozialarbeit aufschlagen, reichen von Schulverweigerung über Konflikte in der Klasse bis hin zu schweren persönlichen Krisen und Suizidabsicht. Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter beraten Schülerinnen und Schüler, Eltern sowie Lehrerinnen und Lehrer. Sie vermitteln bei Streitigkeiten und machen Angebote zu Teambuilding, sozialem Kompetenztraining, Suchtprävention, Sport, Mädchenarbeit sowie musikalischen und kreativen Aktivitäten.
Schulsozialarbeit wird durch kommunale und Landesmittel finanziert.
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