Eltern stehen zunehmend unter Beschleunigungs- und Optimierungsdruck. Sie sollen den Lebensunterhalt für die Familie sichern und die Betreuung und Versorgung der Kinder zuverlässig organisieren. Zugleich erleben viele von ihnen eine starke Arbeitsverdichtung. Diese gleichzeitigen Anforderungen empfinden zahlreiche Eltern als große Belastung. Die Psychologischen Familien- und Lebensberatungsstellen der Caritas Rottenburg-Stuttgart nehmen diese Entwicklung mit Sorge wahr.
Gerade wenn Unterstützung seitens der Herkunftsfamilie fehlt oder nicht verlässlich vorhanden ist, wird die Betreuung der Kinder häufig zum Problem. Schulferien und Ausfälle in der Betreuung in Kitas verschärfen die Situation zusätzlich, beobachten die Beratungsstellen. "Fehlende Betreuungsmöglichkeiten in den Ferien und kurzfristige Ausfälle stellen Eltern vor große Probleme", so Christine Krug, stellvertretende Leiterin der Psychologischen Familien- und Lebensberatung in Ulm. "Viele Familien sind mit ihren Ressourcen am Limit und managen den Alltag mit letzter Kraft."
Die gestiegenen Lebenshaltungskosten erfordern, dass Eltern verstärkt berufstätig sind, um den Unterhalt der Familie zu sichern. Kommen pflegebedürftige Angehörige hinzu, nimmt die Belastung weiter zu. Die Beratungsstellen stellen fest, dass Eltern vor allem dann Unterstützung in Psychologischen Beratungsstellen suchen, wenn sie im Alltag zunehmend an ihre Grenzen stoßen.
Die Psychologischen Beratungsstellen der Caritas beraten und unterstützen bei Fragen zu Erziehung und bei Problemen in der Ehe, innerhalb der Familie oder in bestimmten Lebenssituationen. Als wichtige Säule in der psychologischen Versorgung der Gesellschaft kann jeder und jede eine psychologische Beratung in Anspruch nehmen. In der Diözese Rottenburg-Stuttgart gibt es 17 Psychologische Beratungsstellen.