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Stand: 27.11.2019

Pressemitteilung

Wohnungslosigkeit

25.000 Menschen ohne Wohnung im Land sind kein Grund zur Erleichterung

Aufgrund der Rückmeldungen von Kommunen und den Trägern der sozialen Einrichtungen sind derzeit schätzungsweise 25.000 Menschen in Baden-Württemberg wohnungslos. Gegenüber der letzten amtlichen Erhebung im Jahr 2015 ist dies eine Steigerung von rund 2.300 Menschen. Angesichts dieser Entwicklungen stimmt die Caritas der aktuell gegenüber dem SWR geäußerten Aussage des Sozialministers Manne Lucha (Grüne) zu, dass zu viele Menschen im Südwesten von Wohnungslosigkeit betroffen sind. Deshalb sieht die Caritas in Baden-Württemberg weiterhin großen Handlungsbedarf. "Angesichts des allgemeinen Wohlstands im Land ist jeder der 25.000 Menschen ohne Wohnung einer zu viel. Es gibt keineswegs Grund zum Aufatmen", so die Referenten für Wohnungslosenhilfe Heiner Heizmann (Rottenburg-Stuttgart) und Thomas Rutschmann (Freiburg). Der Verweis auf zum Teil noch schlechtere Bedingungen im Bundesgebiet helfe nicht weiter. Im Vergleich müssten außerdem immer die regionalen Unterschiede im Preisniveau mitgedacht werden. Hier stehe der Südwesten an der Spitze.

Aus Sicht der Experten müsse alles dafür getan werden, dass Menschen nicht aus ihrer Wohnung gekündigt werden und in die Wohnungslosigkeit rutschen. Da der Wohnungsmarkt an vielen Orten in Baden-Württemberg seit langem stark angespannt sei, treibe dies die Mietpreise weiter nach oben. "Nicht nur in Ballungsräumen gibt es so gut wie keine günstigen Wohnungen für Menschen mit sehr kleinem Budget. Wenn schon Menschen mit mittleren Einkommen um den letzten Rest an bezahlbarem Wohnraum konkurrieren, bleiben Wohnungslose auf der Strecke." Wohnen sei aber nicht nur ein menschliches Grundbedürfnis, sondern betreffe die Menschenwürde. "Wohnen gehört zum unbedingten Existenzminimum jedes Einzelnen."

Wie der Minister äußerte, habe er mit einer noch höheren Anzahl an Menschen ohne Wohnung gerechnet. Für die Caritas sind die aktuellen Zahlen dennoch besorgniserregend. Sie sieht sich zusammen mit dem Sozialministerium und den kommunalen Spitzenverbänden in der Pflicht, entschiedener gegen die Ursachen und Auswirkungen von Wohnungslosigkeit im reichen Südwesten anzugehen. Gemeinsam arbeiten sie daran, präventive Hilfen für wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen im Land weiterzuentwickeln. Diese Zusammenarbeit wertet die Caritas als äußerst wichtig und richtungsweisend. Dazu brauche es eine klare Bewertung, dass Wohnungslosigkeit im Südwesten zunimmt.

Der Deutsche Caritasverband hat bereits 2018 mit seiner Jahreskampagne "Jeder Mensch braucht ein Zuhause" Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit zum Thema gemacht. Mit den "10 Taten gegen Wohnungsnot" wollen der Deutsche Caritasverband und seine Katholische Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe weitere Impulse für die Auseinandersetzung mit dem existentiellen Problem der Wohnungsnot vermitteln. Sie benennen notwendige Maßnahmen, damit mehr Wohnraum insbesondere für Menschen mit niedrigem Einkommen geschaffen und langfristig gesichert werden kann.

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Kath. Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe

10 Taten gegen Wohnungsnot

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