Thema Mobilität

Kommunalwahl 2019

Wie kommen Sie von A nach B?

Plakat Kampagne Stadt, Land, Zukunft: BushaltestellePlakat der Caritas-Kampagne 2015 "Stadt, Land, Zukunft". Gute Mobilität ist nicht nur, aber insbesondere auf dem Land ein ProblemDeutscher Caritasverband/Christian Schoppe

Natürlich lässt sich dieser Begriff definieren und fachlich erklären: Mobilität beschreibt das Potenzial der Beweglichkeit. Beschreibt die Fähigkeit und Möglichkeit der Ortsveränderung. Platt ausgedrückt: Mobilität beschreibt, wie gut Sie von A nach B kommen!

Mobilität ist aber auch viel mehr als das!

Mobil zu sein hat viel größere Auswirkungen auf unser Leben, als nur von einem Punkt zum anderen kommen zu können! Gute Mobilität sichert die Möglichkeit, am sozialen Leben teilnehmen zu können. Mal schnell mit der Bahn nach Stuttgart, dem Bus zur Freundin oder dem Auto in Kurzurlaub fahren. Für viele Menschen in Baden-Württemberg ist das nicht einfach mal so und auf die Schnelle möglich!

  • Wessen Fahrrad kaputt ist, der muss kilometerweit zum nächsten Arzt laufen.
  • Wer kein Geld zum Tanken hat, der bleibt zu Hause.
  • Wer sich die Monatskarte nicht leisten kann, der kann keinen Job am anderen Ende der Stadt antreten.

Diese Menschen sind von Mobilitätsarmut betroffen, die sie stark in der Bewegungsfreiheit einengt und damit Teilhabe verhindert! Gerade diejenigen, die sowieso eine eingeschränkte Mobilität haben, sind besonders davon betroffen! Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Handycap sowie Menschen in Armutslagen. Ausgrenzung potenziert sich! Menschen ziehen sich noch weiter zurück! Chancen werden verwehrt!

Kommunalpolitische Handlungsmöglichkeiten bei der Mobilität

Bezahlbare Mobilität verhindert Ausgrenzung

Mobilität ist ein Grundbedürfnis, das bis zu einem gewissen Maß gesichert sein muss, damit Menschen am sozialen, ökonomischen, kulturellen und politischen Leben teilhaben können. Ein Sozialticket, das für einen breiten Adressatenkreis (Menschen, die von Armut betroffen sind) bezahlbar ist, kann eine Möglichkeit sein, um Ausgrenzung zu verhindern.
Für bestimmte Personengruppe sehen wir zwingend die Notwendigkeit, den ÖPNV kostengünstig oder gar kostenfrei zu gestalten.

Jungen Menschen Chancen nicht verwehren

Dazu gehören vor allem junge Menschen, Schüler und Auszubildende. Denn gerade für arme Familien oder junge Erwachsene mit geringen Einkommen, sind die Fahrkosten für den ÖPNV ein erheblicher Kostenfaktor. In der Konsequenz haben diese jungen Menschen nicht die gleichen Bildungschancen wie diejenigen, die keine Einschränkung in ihrer Mobilität haben.
Wer für das Jahresticket sparen muss, der hat dann kein Geld mehr für Nachhilfe oder den Musikunterricht.

Mobilität im Alter sichern - Barrieren abbauen

Ebenso wie junge, sind auch ältere Menschen im Besonderen von einer eingeschränkten Mobilität betroffen. Eine einkommensabhängige Preisgestaltung oder Subventionierung ermöglicht es ihnen, sich lange unabhängig fortzubewegen und damit am sozialen Leben teilzunehmen. Neben dieser finanziellen Unterstützung müssen Kommunen auch einen genauen Blick auf den evtl. notwendigen Netz- und Streckenausbau, sowie bedarfsgerechte Assistenzangebote werfen.

Innovationen erkennen und Mobilitätsangebote mitgestalten

Neben ihrer formellen Verantwortung für den ÖPNV, müssen Kommunen in Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft bedarfsgerechte Angebote entwickeln und ermöglichen. Dafür sollte der konstruktive Dialog mit den Bürgern gesucht werden. Außerdem ist es notwendig, neue Technologien und Innovationen für die Kommune zu entdecken und diese bedarfsgerecht und sozial verträglich einzusetzen. Dies wird nicht nur neue Mobilitätsangebote für die Bürger ermöglichen, sondern auch Chancen für die Stadtentwicklung.

Hat Ihre Kommune zum Beispiel schon einmal über einen Bürgerbus nachgedacht oder die Beteiligung an E-Mobilität oder Car-Sharing-Angeboten in Betracht gezogen? Hier kann für die Kommune und deren Bürger großes Potenzial liegen, solange nicht der wirtschaftliche Erfolg und die Kommerzialisierung der Angebote, sondern der Nutzen für den Menschen im Mittelpunkt steht.

 

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